Ausbildung der Ehrenamtlichen in zwei Modulen

Seelsorgeeinheit. Pfarrer Kuno Kohn (aus Hannover), Luzia Neubert (Zentrum für Kirchenentwicklung Duderstadt) sowie Magdalena Kneisel und im 2. Modul dazukommend, Diakon Kevin Dehne, entwickelten das Konzept:
„Beerdigungsleitung – mit der Osterbotschaft im Rücken am Grab stehen“.
Getaufte wie gefirmte Christen aus verschiedenen Seelsorgeeinheiten und Dekanaten belegten Anfang März d. J., im Zentrum für Kirchenentwicklung, das 1. Modul:
Grundkurs für Osterzeugnis: „ …Ihr sollt auch leben“ – Gottes Lebenswege mit uns. Jesus spricht: „Ich lebe und auch ihr sollt leben.“ (Joh 14,19). Wir sollen leben… selbst im Tod und durch den Tod hindurch.
Wir Kursteilnehmer, aus unterschiedlichen Berufsfeldern wie Altersgruppen, machten uns mit den Ausbildern im gemeinsamen Dialog auf den Weg, unser eigenes Osterzeugnis zu suchen, zu deuten, zu verinnerlichen und zu beten. Denn auch für uns ist die Auferweckung der Toten, das Zentrum unseres Glaubens. Die Auseinandersetzung mit verschiedenen Schriftlesungen aus der Bibel, mit Gebetstexten, mit Gemälden sowie Bildern und geistlichem Liedgut ist für diese Zeugniswiedergabe unerlässlich, wie natürlich auch die Beiträge aus den Facetten des eigenen täglichen Lebens. Am Ende des ersten Moduls durften wir immer mehr erkennen, welch ein großes Geschenk und welch tiefe Gnade unser Glaube ist. Und über welchen Reichtum wir als katholische Christen an Froher Botschaft, an Ritualen sowie gewachsenen Traditionen verfügen. Mit einer Fülle an aussagenden Bibeltexten, Gebetsimpulsen, Handreichungen und auch mutmachendem  Gedankengut, wuchs unsere Arbeitsmappe kräftig an.
Im 2. Modul, dem „Werkstattkurs für Beerdigungsleiter“,  ging es zunehmend um das Praktische: Trauergespräche mit Angehörigen vorbereiten, Gestaltung von Trauerfeiern (in Kirche oder Friedhofskapelle), Ansprachen formulieren, Fürbitten auswählen, Aussegnung des Sarges oder der Urne, die Handhabung mit der Osterkerze, Weihwasser und Kreuz.
Jeder Teilnehmer hatte des Öfteren die Hausaufgabe, anhand von Fallbeispielen, eine gesamte Trauerfeier zu entwerfen und sie dann auch innerhalb der Gruppe in der Kirche vorzutragen. Anschließend reflektierten wir gemeinsam den Entwurf.
Nach ca. 80 Vorbereitungsstunden, Anfang Juni d. J., fühlen wir uns als ausgebildete Beerdigungsleiter  gut gestärkt und gerüstet, dieses 7. Werk der Barmherzigkeit: „Tote zu bestatten“,  zu übernehmen.
Unsere zahlreichen Gruppenstunden, das Miteinander – Füreinander, hat uns alle reifen und beschenken lassen. Wir feiern Gottes Dienst – für die Toten, Trauernden, nicht Gottesdienst.
Allen Teilnehmern sprachen Pfarrer Kuno Kohn samt seinem Vorbereitungsteam immer wieder große Anerkennung, Lob und Dank für die Methodik sowie Didaktik dieses besonderen Kurses aus. Respekt!!

Beerdigungsleitung: Mit der Osterbotschaft im Rücken am Grab stehen!
Das gilt für jeden, der am Grab steht, für alle, die Beerdigungen leiten. Da braucht jeder die österliche Rückenstärkung. Von Gott geschenkt! Besondere  Rückenstärkung um das machtvolle „Dennoch“ Gottes zu bezeugen: Der Mensch, den wir beerdigen, ist tot, dennoch erwecke ich dich zum neuen, ewigen Leben!
Was sind die konkreten Aufgaben eines Beerdigungsleiters, wie ist er gekleidet?
Er/Sie  trägt eine weißliche Albe
Er/Sie zieht mit der Osterkerze in die Kirche ein (Für uns Christen steht diese Kerze für Jesus Christus selbst, der von sich sagt: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12)
Beerdigungsleiter suchen die Trauerfamilie auf und führen das Trauergespräch
Er/Sie bereiten die gesamte Trauerfeier vor und führen sie selbstständig durch
Er/Sie vollziehen das Ritual der Bestattung auf dem Friedhof
Er/Sie  benutzen das Kreuz, Weihwasser, Erde und  Blumen am offenen Grab
Er/Sie bieten ein Trauer – Nachgespräch an
Das Gesamte ist für viele Gläubige ein großer Veränderungsprozess, der auch auf Gegenwind stoßen wird. Das ist uns allen wohl bewusst.
Dennoch ist es notwendig, dass wir uns zurückerinnern an die Einführung von Kommunionhelfern: Männern, wie auch Frauen!  Mädchen als Messdiener!……
Auch wir Christen hier im Eichsfeld sind eingeladen, uns diesen Veränderungen zu stellen, damit die christliche – kirchliche Bestattung weiterhin mit Pietät und Würde gelebt werden kann. Die Historie belegt, dass vor gut 150 Jahren (während des Kulturkampfes) auch schon Tote von  Gemeindemitgliedern beigesetzt wurden.
Am Pfingstsonntag wurden sämtliche Teilnehmer von Bischof Michael  Wüstenberg aus Südafrika (ein Freund Pfarrer Kohns,  der in Afrika nach diesem Modell auch Christen zu diesem Dienst befähigt), von Propst Bernd Galluschke, von Pfarrer Kuno Kohn und auch Diakon Kevin Dehne, sehr feierlich und würdevoll in diesen Dienst eingeführt. Dem folgt eine urkundliche Befähigung durch unseren Bischof Norbert Trelle.

An dem Ausbildungskurs nahmen aus unserer Seelsorgeeinheit teil:
Herr Norbert Vollmer, Dr. Guntram Czauderna,
Frau Dorothea Röhse.

Was können Sie, liebe Leser für uns tun? – Schließen Sie uns alle in Ihr Gebet mit ein und berichten Sie von unserem Dienst am Nächsten in der Gesellschaft. Dankeschön!

Dorothea Röhse

Beerdigungsleiter

Beerdigungsleiter 2014 047