Interview mit Cäcilia Merchel

Duderstadt. Bin ich in meiner Kirche glücklich?

Diese Frage stellten wir Frau Cäcilia Merchel, und sie erzählte uns aus ihrem Leben.

Sie ist am 18.12.1934 auf einem Bauernhof in Bernshausen geboren. Da der Vater schwer lungenkrank war, mussten sie und ihre Schwester bei Verwandten in Seulingen aufwachsen. Die Mutter pflegte den Vater zu Hause. Als sie 7 Jahre alt war, starb ihr Vater.

Nach der Schule absolvierte sie eine Haushaltslehre auf einem Bauernhof im Münsterland. Anschließend bei den Schönstatt-Schwestern fühlte sie sich wie in einer Familie aufgehoben, und machte dann eine Ausbildung zur Krankenschwester in Siegen. Weitere Stationen in ihrem Arbeitsleben waren das Krankenhaus Neu-Mariahilf in Göttingen sowie das Krankenhaus St. Martini in Duderstadt. Die letzten 20 Jahre hat sie jedoch in der Psychatrie in Göttingen gearbeitet.

Bis zum 50. Lebensjahr hat sie mit Gott und der Welt gehadert und somit mehrere Glaubensrichtungen durchlaufen. Im Buddhismus hat sie z.B. das Meditieren gelernt , und bei einem Gespräch mit einem Buddhistischen Lehrer sagte er ihr: „Entweder man findet das Heil in seiner eigenen Religion oder in keiner.“

Dieser Satz beeinflusste sie sehr, sodass sie sich dann wieder mit der katholischen Kirche beschäftigte. Cäcilia Merchel fand nach und nach immer mehr den inneren Frieden, die Liebe und die Geborgenheit, nach der sie immer suchte. Auch heute noch mit 80 Jahren besucht sie religiöse Veranstaltungen, weil sie dort die Liebe Jesu spürt. Sie lebt jetzt glücklich und zufrieden im Lorenz-Werthmann-Haus und fühlt sich dort wie in einer Familie aufgehoben.

Für dieses interessante Gespräch bedanken sich

Ilka Conrad und Martina Werner.