Duderstadt. Verbesserung der Lebensbedingungen in Ceará, Pernambuco und Alagoas im Nordosten von Brasilien hat sich das Kolpingwerk in der Diözese auf seine Fahnen geschrieben. Zur Finanzierung der Notlage in den genannten Gebieten tragen die Ergebnisse der Altkleidersammlung bei. So waren im März dieses Jahres im Kolpingbezirk Untereichsfeld an die dreihundert Kolpinger unterwegs, um gebrauchte Textilien zusammenzutragen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Für 58 Tonnen Altkleider, Betten und Schuhwerk wurden insgesamt 18.672 Euro erzielt. Die Hälfte des Betrages geht in die Armenviertel im Nordosten von Brasilien. Davon erhält ein Drittel die Brasilienhilfe Mingerode. Aus der Pfarrgemeinde des Ortes haben es sich fünf junge Kolpinger zum Ziel gesetzt, Kinderheime, Infrastruktur, Neugestaltung der Schlaf- und Aufenthaltsräume in den Heimen sowie auch für pädagogisches Personal mit zu finanzieren. Das Kolpingwerk in der Diözese Hildesheim hat eine neue Initiative, den sogenannten jährlichen Brasilientag, gestartet. Den Anfang machte der Diözesanverband jetzt im Kolping-Ferienparadies auf dem Pferdeberg. Dort wurde zu Beginn des Brasilientages ein Gottesdienst mit dem kürzlich gewählten Diözesanpräses Pastor Heinz-Peter Miebach gefeiert. Der Präses sagte in einer kurzen Ansprache, Kolping selbst habe in seinem Leben und Wirken nie Grenzen gekannt. Insofern sei das Engagement der Brasilienhilfe zu loben, da sie die Aktivitäten des Gesellenvaters auch in der Neuzeit fortsetzten. Nach dem Gottesdienst überreichte der Vorsitzende des Bezirksverbandes Untereichsfeld, Walter Schum, die symbolischen Schecks an die Vertreter der Kolpingfamilien. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Referat von Martin Knöchelmann, Leiter der Brasilienarbeit im Diözesanverband. In sehr lebhafter Art und Weise verstand es Knöchelmann, die Situation in Brasilien zu schildern. Im Nordosten des Landes werden überwiegend Zisternen und Brunnen gebaut, um die Bevölkerung mit dem lebensnotwendigen Wasser zu versorgen. Die engen Beziehungen zwischen Brasilien und der Bundesrepublik werden stets durch gegenseitige Besuche freundschaftlich vertieft. Praktika und tatkräftige Hilfe haben mit dazu beigetragen, die Lebenssituation kennenzulernen. So waren fünf junge Leute aus Mingerode vor Ort im Kinderheim Lar Sao Domingos über mehrere Monate tätig. Ein wenig brasilianisches Flair kam im Ferienparadies durch die vorhandenen Fahnen von Brasilien und Deutschland zum Ausdruck und Linda Beck sprach zum Abschluss das Vaterunser auf Portugiesisch als Schlussgebet.

Gerhard Germeshausen